Verband Österreichischer Förster Logo Verband Österreichischer Förster Schriftzug Lebensmittelministerium Logo Union Europäischer Forstleute
| Aktuelle Einträge | Suche |

  Login

Asiatischer Laubholzbockkäfer    10/10/2001
Wald
Asian Longhorned Beetle - Der Asiatische Laubholzbockkäfer- Anoplophora glabripennis ( Motschulsky)


Der Asiatische Laubholzbockkäfer wurde vor ca. 2 Jahren, wahrscheinlich durch Verpackungsholz und Paletten aus dem asiatischen Raum nach Österreich "importiert".
Das Auftreten dieses Bockkäfers in Braunau am Inn stellt den ersten Freilandfund in Europa dar.
Beheimatet ist der Schädling vor allem im Asiatischen Raum, wie zum Beispiel China, Korea und Taiwan.
1996 konnte sein erstmaliges Auftreten in den Vereinigten Staaten festgestellt werden ( New York), und verursacht in den letzten Jahren enorme Schäden an Parkanlagen und angrenzenden Beständen.

Lebensweise und Entwicklung:

Der Kerf schlüpft und schwärmt zwischen Mai und August, in wärmeren Gebieten bis Oktober ( Höhepunkt: Juli ). Das Weibchen legt anschließend bis zu 30 Eier in vorbereitete Eimulden und stirbt dann ab. Nach ein bis zwei Wochen schlüpfen die Larven, fressen anfangs unter der Rinde, später im Holz, und überwintern dort.
Die Entwicklung zum Vollkerf dauert ein bis zwei Jahre, wobei die Larve fünf Zentimeter lang und einen Zentimeter dick werden kann.
Der Schädling schlüpft aus einem ca. 1 cm großen, kreisrunden Ausbohrloch und beginnt mit dem Reifungsfraß an jungen Trieben und Blättern.

Aussehen des Asiatischen Laubholzbockkäfers:

Das Imago ist 20- 35 mm groß, glänzend schwarz, mit etwa 20 unregelmäßig verteilten Flecken. Die Fühler des Käfers sind ansehnlich lang, sind in 11 Segmente gegliedert und haben eine blaue Basis.

Betroffene Baumarten und Schadenssymptome:

Bevorzugt wurden laut Literatur und den Erfahrungen im Amerikanischen Raum Ahornarten, Pappeln, Weiden, Esche, Roßkastanien, Birke, Mehlbeere, Tulpenbaum, wobei im österreichischen Befallsgebiet in Braunau ein Befall bisher nur auf Ahornen und Platanen festgestellt werden konnte.

Das häufigste Symptom für den Befall durch den ALB ist der Exsutatausfluß an den Eiablagestellen am Stamm, sowie (schwer sichtbar) der Reifungsfraß im Kronenraum.
Im Laufe der Entwicklung des Kerfs kommt es zu Schwellungen im Befallsbereich und zu grobspänigem Bohrmehlauswurf, der vor allem in den Astansätzen zu finden ist.

Nach Abschluß des Entwicklungsfraßes im Holz, ist wie bereits erwähnt, ein etwa 1 cm großes Ausbohrloch sichtbar.
Als Hinweis für einen Befall kann ein starkes Auftreten von Wespen und Hornissen im Kronenbereich dienen.
Ein Welken von Blättern kann nur sehr schwer und nur bei starkem Befall erkannt werden.

Falls ein Verdacht auf Befall durch diesen Forstschädling besteht, so besteht die Möglichkeit, sich an die Forstliche Bundesversuchsanstalt, Institut für Forstschutz, zu wenden.
Ansprechpartner sind Herr Dr. Tomiczek und Herr DI Krehan ( Tel.: 01-87838-1128 od. 1133).



Fadj. Pachler
Fadj. Köppl
BFI Braunau am Inn



<< Zurück  Eintrag 9 / 12  Weiter >>