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Wald- und Holzzertifizierung, Februar 2002    02/04/2002
Wald
WWF Faktenservice 2002-02-08
Allgemeine Meldung DEUTSCHLANDS ERSTE URWALDFREUNDLICHE STADT HEISST GOTHA
Volker Doenitz, Oberbürgermeister der Stadt Gotha, kündigte am 20. Dezember Gotha als erste urwaldfreundliche Stadt Deutschlands an. Vor rund 2.000 Kindern und Jugendlichen, die sich nach einem Sternenmarsch mit Trommeln und Transparenten im Stadtzentrum versammelt hatten, erklärte der Stadtvater, keine Produkte mehr anzuschaffen, durch die die letzten großen Urwälder der Erde weiter zerstört würden. Darüber hinaus sollen in Zukunft bevorzugt Holzprodukte mit dem FSC-Gütesiegel und Recyclingpapier eingesetzt werden. Rettet die letzten Urwälder? Gotha ist dabei stand auf einem Transparent, das Greenpeace-Kletterer anläßlich des Ereignisses an der Fassade des Rathauses entrollten.
Quelle: Greenpeace Presseaussendung, 20. Dezember 2001.

PALMENPLANTAGEN OHNE WEITERE TROPENWALDVERNICHTUNG
Die führende schweizer Supermarktkette Migros, Mitglied der WWF WOOD GROUP, will zukünftig nur noch Palmöl von solchen Plantagen einkaufen, für die kein zusätzlicher Tropenwald vernichtet wird. Mit dieser Entscheidung unterstreicht Migros seine Führerschaft als Unternehmen mit herausragender Umweltverantwortung.
Wie Untersuchungen des WWF belegen sind die Waldumwandlung für die Landwirtschaft, z. B. Palmenplantagen, und illegaler Holzeinschlag die schlimmsten Gefahren für den Tropenwald Indonesiens. Palmöl findet sich in vielen alltäglichen Produkten, z. B. als pflanzliche Öle in Margarine oder in Kosmetika.
Der Marktführer Migros hat sich außerdem verpflichtet, schrittweise bis 2005 zu 100 % auf FSC-Holzprodukte umzusteigen. Der jährliche Gesamtumsatz des Unternehmens beläuft sich auf US $ 12 Mrd.
Quellen: WWF International Presseaussendung,
22. Jänner 2002; WWF WOOD GROUP, Jänner 2002.

KÜSTENSCHUTZ: HOLZ TROTZT DEM MEER
Das Staatliche Amt für Umwelt und Natur Rostock gibt in diesem Jahr die Rekordsumme von sieben Millionen Euro für den Küstenschutz aus. Die Schutzmaßnahmen umfassen u. a. Buhnenkonstruktionen. Für den Seeteil der Buhnenneubauten wird ausschließlich FSC-zertifiziertes Tropenholz eingesetzt.
Quelle: Deutsche Presseagentur, 25. Jänner 2002.

PEFC FINNLAND ERLAUBT HOLZEINSCHLAG IN SCHÜTZENSWERTEN WÄLDERN
Zum wiederholten Mal protestierten Umweltorganisationen im Jänner gegen Holzeinschlag in dem Hämeenvaara Old-Growth Forest (sehr alter Wald mit Urwaldcharakter) in Finnland. Der Wald ist PEFC-zertifiziert, und das Holz kann mit dem PEFC-Zeichen verkauft werden.
Die Holzeinschläge finden statt, obwohl die finnischen Staatsforste selbst den Old-Growth Forest in einem eigenen Bericht von 1994 als ökologisch äußerst wertvoll bewerten: "Der Großteil des Hämeenvaara-Waldes befindet sich in nahezu ursprünglichem Zustand ... eine beträchtliche Fläche außergewöhnlich wertvollen Old-Growth Forest reich an Totholz findet sich in dem Gebiet ...".
Das finnische PEFC-System erlaubt Holzeinschlag in Old-Growth Forests, wenn diese größer als 1 Hektar sind. Rund 5% der finnischen Wälder sind Old-Growth Forests, von denen nur rund die Hälfte geschützt sind.
Quellen: Greenpeace Skandinavien Presseaussendung,
11. Jänner 2002; www.greenpeace.se; www.PEFCwatch.org; Waldschutz in Südfinnland und Ostrobothnia, Bericht der offiziellen Arbeitsgruppe, veröffentlicht vom Umweltministerium in 2000, finnische Umweltserie 437.

NEUESTE ENTWICKLUNGEN IN SCHWEDEN
Wollen bereits PEFC-zertifizierte Waldbesitzer in Schweden zukünftig auch das FSC-Gütesiegel erhalten, müssen sie dafür zusätzlich 17 weitere Kriterien erfüllen. FSC-zertifizierte Waldbesitzer hingegen müssen nur geringfügige Änderungen vornehmen, damit sie auch das PEFC-Zeichen bekommen können. Das ist die Kernaussage des Arbeitspapiers Forest Dove (Waldtaube), das eine informelle Arbeitsgruppe für Schweden erarbeitet hat. Die Arbeitsgruppe betont, dass es sich bei dem Forest Dove nicht um einen Schritt zur sogenannten gegenseitigen Anerkennung handelt, sondern um eine praktische Hilfestellung für Waldbesitzer.
Bei der Anerkennung der Rechte der schwedischen Ureinwohner, der Sami People, konnte die Arbeitsgruppe bisher keine Lösung finden. Der schwedische FSC-Standard erkennt die Rechte der Ureinwohner bereits voll an und wird von diesen unterstützt.
"Wir begrüßen die Entwicklung in Schweden, weil so schwedische Waldbesitzer auch Zugang zum FSC-Gütesiegel bekommen können", sagt Marc Niggemeyer, Waldexperte des WWF Österreich. "Möglich ist das in Schweden, weil dort auch PEFC auf Gruppenzertifizierungen setzt - anders als z. B. in Österreich, wo ganze Regionen pauschal PEFC-zertifiziert werden."
Die informelle schwedische Arbeitsgruppe besteht aus dem schwedischen Verband der Forstindustrie, der Waldbesitzervereinigung LRF, WWF Schweden und der schwedischen Gesellschaft für Naturschutz.
Quellen: Presseaussendung des schwedischen Verbandes der Forstindustrie, der Waldbesitzervereinigung LRF, des WWF Schweden und der schwedischen Gesellschaft für Naturschutz, 20. Dezember 2001; Brief an FSC und PEFC, Dezember 2001.

WAS IST GEGENSEITIGE ANERKENNUNG?
Immer wieder macht das Schlagwort gegenseitige Anerkennung in der Diskussion um verschiedene Zertifizierungssysteme die Runde. Was dahinter steckt lesen Sie in dem Artikel Voraussetzungen und Barrieren einer gegenseitigen Anerkennung von Zertifizierungssystemen auf www.fsc-deutschland.de/id2vergl.htm.

KANADISCHES ZERTIFIZIERUNGSSYSTEM VERLIERT UNTERSTÜTZUNG
Die kanadische Naturschutzorganisation Alberta Wilderness Association hat sich im Dezember von der Canadian Standards Association (CSA) verabschiedet. Begründung: ohne meßbare, im Wald nachvollziehbare Anforderungen ist der Zertifizierungsstandard von CSA inakzeptabel und nicht geeignet, Kanada's Wälder zu bewahren.
Aus ähnlichen Gründen war die Umweltgruppe Sierra Club of Canada bereits im Oktober bei CSA ausgetreten.
Quelle: Forest Certification Bulletin, Sierra Club of Canada, Nr. 4, Dezember 2001.

HILFERUF DER LETZTEN LEOPARDEN
Der WWF warnt vor der Auslöschung der letzten 35 Leoparden in Russlands fernem Osten. Der Lebensraum dieser graziösen Wildkatzen wird durch Holzschlägerungen, Landentwicklungsprogramme und Waldbrände bedrohlich eingeengt. IUCN und WWF verfolgen eine gemeinsame Strategie zur Rettung der Leoparden und anderer gefährdeter Tierarten: dazu gehört ein Netzwerk von Schutzgebieten, naturverträgliche Landschaftsplanung und verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung. Die Waldzertifizierung nach FSC soll als Katalysator wirken, um illegale Holzschlägerungen zurückzudrängen.
Gegen den illegalen Holzeinschlag und Wilderei finanziert der WWF außerdem Wächterbrigarden zusammen mit der Polizei und Zollbehörden in der Primorsky und Khabarovsky Region.
Quellen: WWF Russland Programmbüro, Jänner 2002; WWF International Presseaussendung, 25. Jänner 2002.

INDONESIENS KAMPF GEGEN ILLEGALE HOLZEXPORTE
Indonesien fährt erste Erfolge im Kampf gegen illegale Holzexporte ein. Polizeikräfte beschlagnahmten Anfang des Jahres im Hafen von Sunda Kelapa "schwarz" geschlägertes Holz im Wert von US $ 2 Mio. Eine Vereinbarung zwischen dem Forstministerium, Plantagenbetreibern, Polizei und Marine ermöglicht das Vorgehen gegen die illegalen Holzexporte, die in Indonesien auf jährlich 10 Mio m3 veranschlagt werden.
Im Dezember hatte die indonesische Präsidentin Megawati Sukarnoputri angekündigt, dass ihre Regierung neue Richtlinien für Forstwirtschaft in Kraft setzen will, um die illegalen Holzschlägerungen einzudämmen.
Indonesien beherbergt 10 % der weltweit erhalten gebliebenen Tropenwälder.
Quellen: Holz-Zentralblatt online, 3. Jänner 2002; BBC News online, 3. Dezember 2001; Arborvitae, IUCN/WWF Forest Conservation Newsletter, Nr. 18.

BRASILIENS UNTERNEHMEN AUF ERFOLGSKURS
Die FSC-zertifizierte Waldfläche in Brasilien hat im Jänner die Marke von 1 Mio ha übersprungen. 95 Holzverarbeiter sind im Besitz eines
FSC-Handelsketten-Zertifikates (Chain-of-Custody). Für die Unternehmen ist FSC ein wichtiger Konkurrenzvorteil im Markt geworden. José Artemio, Forstdirektor des Unternehmens Klabin Riocell: "In einigen europäischen Ländern und auch in den USA werden ganz klar Massivholzprodukte aus zertifizierten Wäldern bevorzugt. Bei dem Verkauf von Zellstoff erwarten wir einen verbesserten Marktzugang." Cikel, ein anderer Holzverarbeiter, erzielt mit FSC-Produkten 50 % höhere Preise und hat bessere Exportchancen nach Europa. Das Unternehmen Getal Amazonas gibt an, das es sich nur mit der FSC-Zertifizierung im Markt behaupten kann. Gethal's wichtigste Kunden, überwiegend Zulieferer öffentlicher Stellen, kaufen keine Produkte mehr ohne das FSC-Gütesiegel.
Quellen: WWF Brasilien, Jänner 2002; José Artemio Totti, Forstdirektor des Unternehmens Klabin Riocell, Jänner 2002; www.holz-zentralblatt.com, Jänner 2002.

DER PREIS FÜR ENTWALDUNG IST HOCH
Hun Sen, der Premier von Kambodscha, hat mit Wirkung zum 1. Jänner 2002 alle Holzeinschläge in seinem Land untersagt. Grund ist scharfe Kritik aus dem eigenen Land und international an der Zerstörung der kambodschanischen Wälder. "Die illegalen Holzschlägerungen haben seit 1999 rasant zugenommen. Hauptverantwortlich dafür sind die großen Holzkonzessionäre," sagt Rosie Sharpe von der Umweltgruppe Global Witness.
Die volkswirtschaftlichen Folgekosten der Entwaldung sind enorm. Die UN macht v. a. die Waldvernichtung für die katastrophalen Überflutungen im Jahr 2000 verantwortlich, die Kambodscha schätzungsweise US $ 156 Mio gekostet haben. Die Forstwirtschaft hat im Vergleich dazu zwischen 1994 und 2000 US $ 92 Mio eingebracht.
Quelle: Global Witness Presseaussendung, 21. Dezember 2001; www.globalwitness.org.

MARKTCHANCEN FÜR ZERTIFIZIERTE WALDPRODUKTE
Zwei neue Veröffentlichungen, Marktchancen für zertifizierte Waldprodukte in Nordost-Asien und Untersuchung illegaler Holzschlägerungen im fernen Osten Russlands, sind beim WWF Russland Programmbüro, trusina@wwfrfe.ru, erhältlich.
Quelle: WWF Russland Programmbüro, Jänner 2002.

FSC-ZERTIFIKATE IM ÜBERBLICK
Das UNEP - World Conservation Monitoring Centre, FSC und das Forests for Life Programm des WWF International haben eine neue Homepage eingerichtet, die aktuelle Informationen zu FSC-zertifizierten Wäldern und FSC-Handelsketten-Zertifikaten (Chain-of-Custody) bereitstellt.
Besuchen Sie www.certified-forests.org.

WO SIE WEITERE INFORMATIONEN FINDEN
FSC Arbeitsgruppe Deutschland:
www.fsc-deutschland.de

FSC International: www.fscoax.org

FSC-Zertifikate im Überblick:
www.certified-forests.org

Vergleich verschiedener Zertifizierungssyteme: www.fern.org/Certification/certification_publications.htm

www.PEFCwatch.org

WWF Österreich: www.wwf.at

Global Forest And Trade Network des WWF: www.panda.org/forestandtrade

Forests for Life Kampagne des WWF:
www.panda.org/forests4life

Anleitungen für Gruppenzertifizierungen: www.cmnet.org, www.proforest.net

MARKTPLATZ
FSC-Produkte in Österreich, Schweiz, Deutschland: www.wwf.ch, www.wwf.de, www.wwf.at/Channels/Wald/wissenswertes/article726

WWF WOOD GROUPS Österreich, Schweiz, Deutschland: www.wwfwoodgroup.ch, www.wwf.de/naturschutz/lebensraeume/waelder/nutzung/index.html, www.wwf.at

Informationen zu zertifizierten Produktlinien: www.panda.org/forestandtrade/certified_products/cp_market_news.html

FSC-zertifizierte Produkte weltweit: www.certifiedwood.org/search-modules/SupplierSearch.ASP

Handel mit FSC-zertifizierten Produkten: http://search.forestworld.com/fscdbr/1fscdbr.html, www.forestworld.com, www.timberweb.com

FSC-zertifizierte Wälder: www.fscoax.org, www.certifiedwood.org/search-modules/CertForests.asp




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